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Hier möchte ich Ihnen meine Lieblingsbeschäftigung vorstellen!

Trotz einer Behinderung wie meiner ist es möglich auch ohne Fingerfunktionen alte Radios zuestaurieren. Schon lange vor meiner Behinderung hatte ich alte Röhrenradios wieder zum laufen gebracht. Nach meinem Unfall, der                     
eine Behinderung zur Folge hatte, glaubte ich lange, dass das Arbeiten mit einem Lötkolben und Schleifpapier der Geschichte angehört. Nach dem ich mich nun lange Jahre mit meinem Computer auseinandergesetzt hatte und ihn ziemlich gut beherrsche, ist mir schon seit einiger Zeit der Anreiz an diesem Ding verloren gegangen. Ich möchte gerne wieder mal so was richtiges handwerkliches machen, dachte ich. Zu erst übte ich dem Umgang mit Schleifpapier und Schleifschwamm, der mir gut in der Hand lag. Damit restaurierte ich zu erst alte und schöne kleine Antiquitäten, die jetzt bei mir und meiner Mutter Zuhause stehen. Das mit dem Lackieren der alten Kunstwerke klappte auch sehr gut. Ich war völlig überwältigt von dem Ergebnis und wollte noch mehr ausprobieren. Nun viel mir meine alte Leidenschaft wieder ein. Gerne wollte ich wieder in meiner Wohnung ein altes kleines Röhrenradio zu stehen haben. Viel Geld dafür wollte ich aber auch nicht ausgeben. Also kaufte ich mir ein defektes Gerät und zwar eine alte Philetta mit Bakelitgehäuse. Als das Radio ankam, erschrak ich vor seinem Zustand. Mir wurde gleich klar, dass ich dieses Ding ohne fremde Hilfe nicht hinbekomme. Das einzige was ich tun konnte, war Anweisungen zu geben. Keine Schraube konnte ich lösen und keinen Draht konnte ich ohne fremde Hilfe anlöten. Also fragte ich meinen Freund, ob er mir dabei helfen könnte. Er half mir, er machte arbeiten die ich nur noch gedanklich und besser Ausführen konnte, wenn ich nur könnte. Ich bin ihm für seine Hilfe sehr dankbar! Jedenfalls ging das Radio nun wieder und ich hatte nur noch die Aufgabe das Gerät komplett von innen und von außen zu reinigen. Das klappte ziemlich gut, dass dauerte zwar lange und bereitete mir zahlreiche Rückenschmerzen, aber es ging. Nun sah das Radio wieder aus wie neu und machte mich erst mal zufrieden.
Nun war wieder lange Zeit vergangen und ich wollte mir gerne ein weiteres Röhrenradio kaufen. Ich entdeckte im Internet, bei einer Auktion, einen Volksempfänger und zwar einen DKE 38 Kleinempfänger. So einen hatte meine Tante gehabt und der sollte es jetzt sein. Als das Radio nach Hause kam, stellte ich gleich fest, dass ich da ziemlich viel machen muss. Das Innenleben war nach knapp 70 Jahren ziemlich marode und das Gehäuse hatte ebenfalls gelitten, mit rissen und ausbrüchen am Bakelit. Diesmal wollte ich meinen Freund nicht damit belästigen und versuchte es alleine. Das Gehäuse bekam ich ziemlich gut hin. Das musste gespachtelt, geschliffen und lackiert werden. Die Übung darin hatte ich ja durch meine alten Holzobjekte. Nun ging’s ans Innenleben. Aber wie soll man löten wenn man den Lötkolben gar nicht halten kann, dachte ich. Ich übte erst mal mit dem Lötkolben im Kaltzustand. Er rutschte mir ständig aus der Hand. Mir kam die Idee mit einer Fingerschlaufe aus einem einfachen Kabelbinder. Diese Schlaufe  bracht mir nach meinen Vorstellungen meine Betreuerin an.
Jetzt lag der Lötkolben gut und sicher in der Hand. Das Ein und Abschalten des Lötkolbens, löste ich mit einer abschaltbaren Funksteckdose. Natürlich erforderte es einer langen Übung, sicher mit diesem heißen Gerät umzugehen. In meinen Händen ist kein Gefühl mehr und somit kam es in der Anfangszeit öfters zu Verbrennungen die ich nicht merkte, sondern hinterher nur sah.
Nun stand ich vor dem Problem, kleine Bauteile anzufassen und platzgenau einzulöten. Mit den Händen konnte ich diese ja nicht festhalten. Ich entwickelte einen Mundstab. An dem Ende lies ich mir eine stück blanken Draht anbringen. An diesem Draht lötete ich das jeweilige Bauteil mit der einen Seite an. Das andere Ende des Bauteils, konnte ich nun bequem per Mundstab an die gewünschte Stelle heranführen und Festlöten. Danach lötete ich den Mundstab wieder von dem Bauteil ab und bog das Bauteil mit dem noch losen Ende an die andere Verbindungsstelle, wo ich es nun ohne halten fest löten konnte. Nun müssen bei einer Restauration eines solchen Oltimers auch Schrauben bewegt werden. Bis her haben das andere   
Personen für mich übernommen. Jetzt wollte ich dieses auch selber tun. Nach einer Vorstellung und langer Suche im Internet fand ich die Lösung. Ein Schraubendreher mit einem Handknauf fand ich. Dieser hat auch eine eingebaute Ratsche mit Rechts/ Linkslauf.  An diesem Gerät lies ich mir noch eine Handschlaufe aus einem großen Kabelbinder anbringen. Jetzt war es mir endlich möglich, auch diese arbeiten selbst zu verrichten.
Den neuen Lautsprecherstoff kann ich ohne fremder Hilfe, mit meinem selbst entwickelten Stempel, spannen und einkleben. Zum kleben nehme ich die Leimtube in den Mund und beise sachte darauf.
Ich benutze noch weitere Hilfsmittel zu meiner Arbeit. Diverse Mundstäbe, einen Seitenschneider, den ich mit dem Mund bediene, Pinsel, Feilen und andere Dinge. Alles habe ich hier nicht aufgeführt. Wenn sich jemand für das Thema interessiert, dann kann er mich per E- Mail danach fragen.
So sieht mein Arbeitsplatz in der Küche aus.
 
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